Ein Jüdisch-muslimisches Experiment

Die Moschee-Wandergruppe (1934)

im Berlin der Weimarer Republik

Vortrag von Gerdien Jonker

In den 1920er Jahren entstand in Berlin ein kulturelles Netzwerk zwischen jüdischen und muslimischen Intellektuellen: Deutsche und europäische Studierende trafen auf Studierende aus Ägypten, Persien, Indien oder dem Kaukasus. Von ihrer Herkunft her verstanden sie sich entweder als Jüdinnen und Juden oder als Musliminnen und Muslime. In den Freundschaften, die geknüpft wurden, ging es aber auch um ein gesellschaftliches Experiment, in dem nicht die Religion, sondern Fragen rund um die Bewegung der Lebensreform oder der eigenen sexuellen Identität miteinander verhandelt wurden. Anhand von sechs Privatarchiven und umfangreichen Fotosammlungen wird dieses lebensbejahende Netzwerk in diesem Vortrag vorgestellt werden und beleuchtet, welche gesellschaftspolitischen Bedingungen solch ein Experiment ermöglichten. Auch die Folgen für diese Netzwerke durch den Aufstieg der Nationalsozialisten werden in diesem Vortrag aufgezeichnet.
Dr. Gerdien Jonker ist Religionshistorikerin am Erlanger Zentrum für Islam und Recht in Europa an der Universität Erlangen.

Einlass ab 18.30 Uhr

Anmeldung
veranstaltungen.jmmmuenchende
+49 89 233 29402

 

Eintritt
8 €

Veranstaltungsort
Jüdisches Museum München

Veranstalter
Eine Veranstaltung der Evangelischen Stadtakademie in Kooperation mit dem Jüdisch-muslimischen Stammtisch, der Liberalen Jüdischen Gemeinde München Beth Shalom, Chaverim e.V., dem Münchner Forum für Islam, der Gesellschaft für christlich-jüdische und dem Jüdischen Museum München.

www.evstadtakademie.de/
Ein Museum der Landeshauptstadt München