Auf dem Weg nach Hause am Rhein verhaftet.

Auf dem Weg nach Hause am Rhein verhaftet

Die unerzählte Geschichte des 1944 in München hingerichteten Grenzgängers Arthur Vogt

Vortrag von Niko Hofinger

Veranstaltung im Rahmen der Ausstellung »Sag Schibbolet! Von sichtbaren und unsichtbaren Grenzen«

Arthur Vogt sprach nur Schweizerdeutsch. Er wur­de 1912 in St. Gallen geboren und war wegen der altösterreichischen Herkunft seines Tiroler Großvaters ohne sein Zutun bald Tschechoslowake, dann Sudetendeutscher geworden. Sein Leben en­dete als 32-jähriger Mann 1944 auf dem Schafott des Münchner Strafgefängnisses Stadelheim, weil er im Jahr davor versucht hatte, über den Rhein zu seinen Eltern in die Schweiz zu gelangen.

Arthur Vogt passt in keine der bekannten Opfer­kategorien des NS­-Staates. Er wurde nicht aus politischen oder rassischen Gründen verfolgt, sondern geriet als mittelloser Arbeiter zunächst in den Fokus der Schweizer, später der nationalso­zialistischen Klassenjustiz. Ab dem Alter von 20 Jahren wurde er wegen Verstößen gegen die bürgerliche Sexualmoral und die Fremdengesetze immer wieder kurz eingesperrt und danach umge­hend über die nächste Grenze gewiesen. Bei seinem letzten Versuch illegal über die Grenze in die Schweiz zu gelangen, wurde er verhaftet, der »Feindbegünstigung« bezichtigt und vom Berliner Volksgerichtshof zum Tode verurteilt.

Niko Hofinger ist Historiker, Autor und Kurator. Seit über zwanzig Jahren forscht und publiziert er zu jüdischer und regionaler Geschichte. 2018 erschien sein Romandebüt „Maneks Listen“, eine turbulente Fluchtgeschichte quer durch Mitteleuropa.

Veranstaltungsort
Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München

Veranstalter
Eine Veranstaltung des Hauses des Deutschen Ostens und des Jüdischen Museums München.

Ein Museum der Landeshauptstadt München