Alles hat seine Zeit.

Rituale gegen das Vergessen

Blick in die Ausstellung »Alles hat seine Zeit. Rituale gegen das Vergessen« © Franz Kimmel

Alles hat seine Zeit.

Rituale gegen das Vergessen

Alles hat seine Zeit
Rituale gegen das Vergessen

Im Laufe unseres Lebens werden wir mit verschiedenen Übergängen konfrontiert, Übergängen zwischen zwei Lebensphasen oder zwei Lebenszuständen. Geburt, Kindheit, Schule, Mündigkeit, Selbstständigkeit, Eheschließung, Alter und Tod lassen uns von einer Phase in eine andere, von einem Zustand in einen anderen wechseln. In einigen Fällen sind diese Übergänge äußerst schmerzhaft, in anderen besonders freudvoll. Zur Realisierung, Bewältigung und Verarbeitung dieser Übergänge wurden und werden in allen Kulturen bestimmte Strategien und Rituale entwickelt.

Die Ausstellung »Alles hat seine Zeit....

Alles hat seine Zeit
Rituale gegen das Vergessen

Im Laufe unseres Lebens werden wir mit verschiedenen Übergängen konfrontiert, Übergängen zwischen zwei Lebensphasen oder zwei Lebenszuständen. Geburt, Kindheit, Schule, Mündigkeit, Selbstständigkeit, Eheschließung, Alter und Tod lassen uns von einer Phase in eine andere, von einem Zustand in einen anderen wechseln. In einigen Fällen sind diese Übergänge äußerst schmerzhaft, in anderen besonders freudvoll. Zur Realisierung, Bewältigung und Verarbeitung dieser Übergänge wurden und werden in allen Kulturen bestimmte Strategien und Rituale entwickelt.

Die Ausstellung »Alles hat seine Zeit. Rituale gegen das Vergessen« widmet sich ausgewählten jüdischen Übergangsriten, ihren spezifischen Ausformungen sowie ihrem Ursprung und ihrer Bedeutung. Die rund 60 Objekte aus öffentlichen und privaten Sammlungen stammen zum Großteil aus dem süddeutschen Raum. Alle behandelten Übergangsrituale haben universellen Charakter, stellt »des Lebens Lauf« doch an alle Menschen die gleichen »ewigen« Fragen, weil sie eine einzigartige Bedeutung für den Einzelnen haben, die nicht in Vergessenheit geraten soll.
Thematisiert werden in der Ausstellung aber auch Rituale, die von und in der Gemeinschaft begangen werden. Dies sind religiöse Rituale, die an Ereignisse erinnern, die maßgeblich prägnant für das Kollektiv waren. Dazu gehören jährliche Feiertage wie Pessach, das an den Auszug der Israeliten aus Ägypten erinnert, aber auch andere zyklisch wiederkehrende gemeinsame Feste wie das Lichterfest Chanukka oder das Laubhüttenfest Sukkot. Diesen drei Festen ist gemeinsam, dass sie aufgrund ihrer mehrtägigen Dauer tatsächlich eine anhaltende Passage darstellen. Viele der in der jüdischen Liturgie verwendeten Objekte sind in ihrer Formensprache dem Außenstehenden nicht unmittelbar erschließbar, weil die auf ihnen dargestellten Symbole nur im jüdischen Erinnerungskontext zu entschlüsseln sind. In der Ausstellung wird diese Symbolsprache erklärt.

Zu den kollektiven säkularen Ritualen gehören solche, die auf die nationale Identität verweisen, auf die loyale Verbundenheit mit dem Vaterland und seiner Politik. Zu ihnen gehört heute aber maßgeblich die Erinnerung an die Zeit des Nationalsozialismus und an die Schoa. Die Erinnerung an das Trauma ist auf jüdischer und nichtjüdischer Seite hochgradig ritualisiert. Noch immer ausgeblendet ist in diesen öffentlichen Erinnerungsritualen die Opfergruppe der sexuell ausgebeuteten Frauen in den Konzentrationslagern. Die transdisziplinär arbeitende New Yorker Künstlerin Quintan Ana Wikswo schaffte sich selbst ein Passagenritual gegen das Vergessen, indem sie die Reste des nicht bezeichneten sogenannten »Sonderbaus« in Dachau, darunter das KZ-Bordell, erforschte, fotografisch erfasste und literarisch bearbeitete. Eine Auswahl von 14 dieser eindringlichen großformatigen Fotos steht den »unschuldigen« Strategien und Objekten gegen das Vergessen herausfordernd gegenüber.

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Ausstellungszeit

27. Februar – 1. September 2013

Kuratorin

Felicitas Heimann-Jelinek

Mitarbeit

Piritta Kleiner

Gestaltung

Architekt Martin Kohlbauer, Wien

Blick in die Ausstellung »Alles hat seine Zeit. Rituale gegen das Vergessen« © Franz Kimmel
Blick in die Ausstellung »Alles hat seine Zeit. Rituale gegen das Vergessen« © Franz Kimmel
Blick in die Ausstellung »Alles hat seine Zeit. Rituale gegen das Vergessen« © Franz Kimmel
Blick in die Ausstellung »Alles hat seine Zeit. Rituale gegen das Vergessen« © Franz Kimmel

PUBLIKATION

Der Katalog zu Ausstellung

ISBN 978-3-86828-399-0

 

Auch mit der eloquenten Gastkuratorin Felicitas Heimann-Jelinek bleibt das Münchner Haus am Jakobsplatz seiner Linie zu asketischer Präsentation und einer sehr überschaubaren Exponatauswahl treu.
Jüdische Allgemeine, 28. Februar 2013
'Alles hat seine Zeit' heißt die neue und höchst sehenswerte Ausstellung im Jüdischen Museum, die sich in 15 Kapiteln jüdischen Übergangsriten, ihren Ausformungen, ihrem Ursprung und ihrer Bedeutung widmen.
Straubinger Tagblatt, 01. Juni 2013
Geschickt wie anregend bringt die Ausstellung ihre Objekte in einen diskursiv überzeugenden, kausalen Zusammenhang.
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02. November 2013
Ein Museum der Landeshauptstadt München