Wechselausstellung: single

© Jüdisches Museum München, Franz Kimmel

Mittwoch, 24. September, 2008

Stadt ohne Juden - Die Nachtseite der Münchner Stadtgeschichte

24. September 2008 bis 30. August 2009


München feiert im Jahr 2008 seinen 850. Geburtstag. Stadtjubiläen werden gerne zum Anlass genommen, mit Stolz auf die Geschichte der Stadt zurückzublicken, sich mit ihr zu identifizieren und das Geschichtsbewusstsein der Stadtgesellschaft zu stärken. Doch wie soll ein Museum auf ein solches Festjahr reagieren, dessen Aufgabe die Vermittlung von Geschichte und Kultur einer Bevölkerungsgruppe ist, die in der 850-jährigen Geschichte der Stadt insgesamt über 400 Jahre von der Teilhabe an eben dieser Stadtgeschichte unfreiwillig und oft auch gewaltsam ausgeschlossen wurde?

Das Jüdische Museum München spürt in seinem Beitrag zum Stadtgeburtstag genau jenen Jahren in den vergangenen 850 Jahren nach, in denen keine Juden hier leben durften und München eine Stadt ohne Juden war. Gleichzeitig werden die Ursachen für Vertreibungen, Verfolgungen und Aufenthaltsverbote  aufgezeigt und damit die Nachtseite der Münchner Stadtgeschichte thematisiert.

Den zwölf Exponaten, die überwiegend negative Ereignisse der Stadtgeschichte visualisieren, sind "Videotafeln" zugeordnet. Studierende der Münchner "Hochschule für Fernsehen und Film" haben Statements von Historikern, Literatur-, Politik- und Kulturwissenschaftlern in Bezug zu den Orten in der Topographie Münchens gestellt, die mit den konkreten Ereignissen von Ausgrenzung, Vertreibung und Vernichtung in Zusammenhang stehen. Den Besucherinnen und Besuchern der Ausstellung "Stadt ohne Juden - Die Nachtseite der Münchner Stadtgeschichte" ermöglicht dies, die Exponate in einen breiteren Kontext der Geschichte zu stellen und gleichzeitig mit konkreten Orten in München in Verbindung zu bringen.


Kurator: Bernhard Purin
Mitarbeit: Tatjana Neef