Jewish Museum Munich
St.-Jakobs-Platz 16
80331 Munich
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Wednesday, December 07, 2011
7. Dezember 2011, 19.00 Uhr
Jüdisches Museum München, Foyer
Der "germanische" Rassendünkel zog seine Kraft nicht aus Überlegenheitsphantasien, sondern aus dem Gefühl eigener Minderwertigkeit. In der Gruppe kann sich das schwache Selbstwertgefühl stärken und noch steigern, indem es andere abwertet. Aus solchen einfach zu benennenden Elementen setzte sich der deutsche Antisemitismus des 19. und 20. Jahrhunderts zusammen.
Bei seiner Analyse stütz sich Götz Aly nicht nur auf zumeist gedruckte Äußerungen, sondern auch auf Briefe und Lebenszeugnisse aus dem Archiv seiner Familie, das er vor vier Jahren geerbt hat. Damit will Aly deutlich machen, dass Antisemitismus nicht allein und nicht hauptsächlich Angelegenheit heute wohlbekannter und häufig gegeißelter Antisemiten war, sondern auch die der Vorfahren vieler heutiger Deutscher. Ein Kapitel in seinem Buch "Warum die Deutschen? Warum die Juden?" (S. Fischer) heißt z.B. "Mein Opa und die Gauleiter". Hier geht es auch um Alys Münchner Großvater, der 1926 der NSDAP beitrat und den Götz Aly sehr mochte.